Sportlich
spielt der FC Malaga zurzeit ganz oben mit. In der Primera División liegt der
Verein auf dem vierten Platz, in der Champions League zog das Team ins
Achtelfinale ein. Dennoch steckt Malaga in einer dicken Krise, Besitzer Scheich
al Thani zahlt die Rechnungen nicht.
Das Wort Scheichclub hat gute Chancen in die
Liste der Unwörter für 2012 emporzusteigen. Es bleibt doch meist bei
Fußballfans ein bitterer Beigeschmack, wenn wieder einmal ein Club in die Hände
eines reichen Investors aus den Golfstaaten oder Russland gefallen ist. Aber
was passiert eigentlich, wenn der reiche Investor die Lust an seinem neuen
Spielzeug verliert? Dem FC Malaga ist genau dies passiert. Es ist etwas mehr
als zwei Jahre her, da kaufte Qatars Scheich Abdulla bin Nasser al Thani den
hoch verschuldeten Verein für schlappe 25 Millionen Euro. 70 Millionen Euro Schulden
tilgte al Thani oben drauf, investierte 150 Millionen Euro in neue Spieler. Stars
wie Ruud van Nistelroy kaufte man ein, der Erfolg kam mit dem Geld: Vom
Klassenerhalt in 2011 bis zur Champions League 2012 schaffte es der neue
Reichenclub. Rein sportlich gesehen gibt es keinen Grund, warum der reiche Mann
vom Golf plötzlich keine Lust mehr haben sollte, mit seinen Spielfiguren zu
spielen.




