Dienstag, 11. Dezember 2012

FC Malaga und der Scheich: Eine verhängnisvolle Affäre


Von Helen Staude

Sportlich spielt der FC Malaga zurzeit ganz oben mit. In der Primera División liegt der Verein auf dem vierten Platz, in der Champions League zog das Team ins Achtelfinale ein. Dennoch steckt Malaga in einer dicken Krise, Besitzer Scheich al Thani zahlt die Rechnungen nicht.

Das Wort Scheichclub hat gute Chancen in die Liste der Unwörter für 2012 emporzusteigen. Es bleibt doch meist bei Fußballfans ein bitterer Beigeschmack, wenn wieder einmal ein Club in die Hände eines reichen Investors aus den Golfstaaten oder Russland gefallen ist. Aber was passiert eigentlich, wenn der reiche Investor die Lust an seinem neuen Spielzeug verliert? Dem FC Malaga ist genau dies passiert. Es ist etwas mehr als zwei Jahre her, da kaufte Qatars Scheich Abdulla bin Nasser al Thani den hoch verschuldeten Verein für schlappe 25 Millionen Euro. 70 Millionen Euro Schulden tilgte al Thani oben drauf, investierte 150 Millionen Euro in neue Spieler. Stars wie Ruud van Nistelroy kaufte man ein, der Erfolg kam mit dem Geld: Vom Klassenerhalt in 2011 bis zur Champions League 2012 schaffte es der neue Reichenclub. Rein sportlich gesehen gibt es keinen Grund, warum der reiche Mann vom Golf plötzlich keine Lust mehr haben sollte, mit seinen Spielfiguren zu spielen.

Montag, 3. Dezember 2012

CECAFA Cup 2012: Von der Gruppenphase ins Viertelfinale




Die Viertelfinalpartien stehen fest, die KO-Phase kann beim CECAFA Cup beginnen. Als Gruppensieger konnte sich Gastgeber und Titelverteidiger Uganda in Gruppe A mit drei Siegen aus drei Spielen qualifizieren. Eine makellose Bilanz weißt ebenfalls Burundi auf, welches Gruppe B dominierte. Mit 6 Punkten ist in Gruppe C Ruanda weiter. Ebenfalls im Viertelfinale sind die Gruppenzweiten Kenia, Tanzania und Malawi. 

Sonntag, 2. Dezember 2012

Al Ahed gegen Al Safa: Topspiel auf Libanesisch


Ein Gastbeitrag von Florian Sonntag


Die libanesische Premier League ist in vollem Gange, im Topspiel gewann Titelverteidiger Al Safa gegen Rivalen Al Ahed. Langsam kehren immer mehr Fans zurück in die Stadien. Noch ist alles improvisiert, aber der Ball rollt 


Es ist Sonntagnachmittag, Saida, im Libanon. Die Sonne scheint vom strahlend blauen Himmel, hinter der Gegengerade liegt eine Moschee, gegenüber funkelt das Mittelmeer. Vor dem Fußballstadion von Saida, 30 Kilometer südlich von Beirut, sammelt sich eine kleine Menschentraube.  50  angespannte Männer stehen vor dem Stadionzaun, sie diskutieren wild mit drei schwer bewaffneten Polizisten, die den Zaun sichern. Es geht um den Eintrittspreis für das Topspiel der libanesischen Liga: Al Ahed gegen Al Safa, der Zweite gegen den Dritten. Die Karten sind den Männern zu teuer. Der erste Polizist sagt „10.000“, der nächste „16.000“. Umgerechnet fünf Euro beziehungsweise acht Euro, Fanblöcke scheint es nicht zu geben. Ein Eingang ist nicht in Sicht, ein Kassenhäuschen auch nicht. Fünf Minuten später wird ein Panzer vor das Tor gefahren, um das Zauntor zu sichern. „Ahed, Ahed!“ skandieren die Fans. „Wir wollen in unseren Block, auch wenn es nicht unser Stadion ist!“ Muhammad, klein, rundlich aus dem Süden Beiruts, zündet sich eine Zigarette an. Der 32-jährige Wäschereiangestellte ist nervös, heute geht es um viel.

Freitag, 30. November 2012

CECAFA-Cup 2012: Weichenstellung in der Gruppenphase


In Uganda treffen derzeit die ostafrikanischen Fußballnationen im CECAFA-Cup 2012 aufeinander. Das letzte Drittel der Gruppenphase birgt noch Spannung, die Finalisten stehen noch nicht fest. Eine Zwischenbilanz


Am Samstag dem 24. November startete in Uganda der ostafrikanische CECAFA-Cup. Der Wettbewerb findet vom 24. November bis 8. Dezember statt. In drei Gruppen stehen sich 12 Nationalmannschaften aus Ost- und Zentralafrika gegenüber. CECAFA steht für das Council for East and Central Africa Football Associations, der als ältester Fußballregionalverband des Afrikanischen Kontinents gilt.

Freitag, 23. November 2012

CECAFA-Cup 2012 in Uganda – Ostafrikas Fußball Turnier mit Tradition


Von Björn Zimprich

Die ostafrikanischen Fußballnationen treffen sich vom 24. November bis 8. Dezember in Uganda zur Austragung des CECAFA-Cup 2012. Der 36. Verbandscup dient nicht nur als Vorbereitungsturnier für den Afrika-Cup in Südafrika, sondern wartet auch mit einer Premiere. 


Am Samstag startet in Uganda der ostafrikanische CECAFA-Cup. Der Wettbewerb wird vom 24. November bis 8 Dezember ausgetragen. Die Spiele finden in der 1,3 Millionen Hauptstadt Kampala im Namboole Stadion sowie im kleineren Nakivubo Station statt. In drei Gruppen stehen sich 12 Nationalmannschaften aus Ost- und Zentralafrika gegenüber. CECAFA steht für Council for East and Central Africa Football Associations, der als ältester Fußballregionalverband des Afrikanischen Kontinents gilt und mit dem Afrikanischen Fußballverband CAF verbunden ist. Inoffizielles Gründungsjahr ist 1926. Sitz des Verbandes ist die kenianische Hauptstadt Nairobi.

Donnerstag, 22. November 2012

Usbekistans WM-Qualifikation – Ein Topfavorit für Brasilien


Von Björn Zimprich

Usbekistan hat mit seinem Sieg gegen den Iran die Führung der Gruppe A der finalen Qualifikationsrunde Asiens für die WM 2014 in Brasilen übernommen. Bei Gruppengegnern wie Iran oder Südkorea darf dies als Überraschung gelten. Aber die Mannschaft aus Zentralasien zeigt schön länger eine aufsteigende Form.


Der Jubel war groß, als der Unparteiische die Partie am 14. November im teheraner Azadi Stadion abpfiff. Stürmer Ulugbek Bakayev hatte Usbekistan in der 71. Minute in Führung gebracht, nun war der Auswärtssieg gegen das Fußball-Schwergewicht besiegelt. Das Hinspiel in Usbekistan am 3. Juni 2012 hatte der Iran noch mit einem 0:1 für sich entscheiden können. Das Team von Mirjalol Qosimov holte drei wichtige Punkte in der Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien. Der 42-jährige Trainer ist der wohl bedeutendste Spieler, den Usbekistan hervorgebracht hat. Vier Mal wurde er Spieler des Jahres, führte die Nationalmannschaft lange als Kapitän. Zu einer WM konnte Qosimov Usbekistan als Spieler nicht führen, will dies als Trainer ändern. Usbekistan hat durch Siege gegen Qatar und den Iran sowie zwei Unentschieden gegen den Libanon und Südkorea nun 8 Punkte und unterstreicht erneut seine überdurchschnittliche Leistung in dieser Qualifikation. Als Krönung übernahm das Team die Führung vor Gruppe A. Usbekistan wäre nun direkt für die WM qualifiziert.

Mittwoch, 21. November 2012

FC Barcelona und die Qatar Foundation: Die Mär von der gemeinnützigen Sache


Von Helen Staude

Der FC Barcelona steigt nun auch offiziell in die kommerzielle Trikotwerbung ein. Statt der Qatar Foundation ziert ab 2013 Qatar Airways die Brust von Messi und Co. Der traditionsreiche FC Barcelona     verkommt zur Litfaßsäule Qatars


Vor ziemlich genau zwei Jahren brach der FC Barcelona mit seiner damals 111 jahrelangen Tradition, keine Trikotwerbung auf der Brust zu tragen. Der Traditionsverein brauchte das Geld, hatte sich in den vergangenen Jahren immer stärker verschuldet. Der FCB erzielte den damals höchsten Werbevertrag in der Geschichte des Fußballs. Auf fünf Jahre gerechnet sollte der Verein inklusive Bonuszahlungen beim Gewinn der Champions League einen Betrag von 170 Millionen Euro bekommen. Im Vergleich: der Rivale aus Madrid erhält 25 Millionen jährlich von bwin, Bayern München 30 Millionen aus den Namensrechten der Allianz-Arena und der Telekom als Trikotsponsor zusammen. Unter Fans und Kritikern löste sich eine Protestwelle, vor allem aber wegen des Werbepartners. Barcelona unterzeichnete den Vertrag mit Qatar Sport Investment (QSI), die Qatar Foundation sollte ab der Saison 2011 das Trikot der besten Mannschaft der Welt zieren.